Kennzeichnungen von Marmelade und Honig: Es gibt Änderungen

Marmelade darf wieder Marmelade heißen. Außerdem bekommen Verbraucher mehr Klarheit über die Herkunft von Honig. Das sieht eine Verordnung des Bundesagrarministeriums vor, mit der eine EU-Richtlinie national umgesetzt wird.

Bislang schrieb EU-Recht vor, dass nur Produkte aus Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet werden dürfen. Alles andere musste als Konfitüre

etikettiert werden.

 

Die bisherige Regel ging auf einen Verhandlungserfolg des Vereinigten Königreichs Großbritannien zurück,wo traditionell nur aus Zitrusfrüchten hergestellte Marmelade auch Marmelade genannt wird.

Anlässlich der Vorbereitungen für den Brexit hatte der damalige Europaabgeordnete Jakob von Weizsäcker 2017 vorgeschlagen, dass Marmelade - egal aus welcher Frucht - auch wieder so heißen dürfe. Die EU hatte daraufhin die sogenannte Frühstücksrichtlinie geändert. Nun wurden

die europäischen Regeln in nationales Recht umgewandelt.

 

Um Verwechslungen mit Marmelade aus Beeren oder anderen Obstsorten zu vermeiden, muss Marmelade aus Zitrusfrüchten gemäß EU-Recht nun jedoch Zitrusmarmelade genannt werden, wobei das Wort Zitrus auch durch den

Namen der jeweils verwendeten Frucht ersetzt werden kann.

 

Auch bei Honig gibt es eine Neuerung: Auf Gläsern und Etiketten müssen die Namen aller Ursprungsländer aufgeführt werden, wenn es mehrere gibt. Bisher waren auch pauschale Angaben möglich wie „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“. Nun müssen die Herkunftsländer in absteigender Reihenfolge - gemäß ihres Anteils sowie ihren Gewichtsanteil in Prozent angegeben werden. Honig, der bis zum Stichtag nach den alten

Vorgaben abgefüllt wurde, darf noch verkauft werden.

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